25 Jahre Trendwerk – Arbeit verändert Leben

Am 21. Oktober feierte Trendwerk im Mirage Wien sein 25-jähriges Bestehen.

Vertreter_innen aus Politik, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Mitarbeiter_innen und Partner_innen kamen zusammen, um auf ein Vierteljahrhundert gemeinsamer Arbeit zurückzublicken – und gemeinsam nach vorn zu schauen.

Im Mittelpunkt stand, was Trendwerk seit 25 Jahren prägt: Menschen, die Chancen möglich machen.

Gespräche über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Durch den Abend führte Norbert Oberhauser, der drei Gesprächsrunden moderierte – über die Entstehung, die Gegenwart und die Zukunft von Trendwerk.

Am Ende jeder Runde bat er die Gäste, in wenigen Worten zu formulieren, was sie Trendwerk zum Jubiläum wünschen.

Bundesministerin Korinna Schumann übermittelte ihre Glückwünsche per Videobotschaft und würdigte Trendwerk als Beispiel für soziale Verantwortung, die wirkt:

„25 Jahre Trendwerk bedeuten 25 Jahre Engagement und Kompetenz für Menschen, die lernen und sich weiterentwickeln wollen.

Was Sie leisten, schafft nicht nur Beschäftigung, sondern echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Bundesministerin Korinna Schumann

Mut zum Anfang

Als Dr. Herbert Buchinger, damaliger Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), Ende der 1990er-Jahre den Ansatz der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung unterstützte, war das Neuland.

Zeitarbeit galt als unsozial – Buchinger wollte zeigen, dass sie auch sozial gedacht werden kann: als Brücke in Arbeit für Menschen mit längeren Erwerbslücken.

Trendwerk wurde zu dieser Antwort: ein Unternehmen, das Überlassung nicht gewinnorientiert, sondern gemeinnützig nutzte – als Weg zu Selbstbestimmung und Stabilität. Später übernahm Mario Moser die Geschäftsführung und führte den Ansatz mit Klarheit und Empathie weiter.

„Mit Beharrlichkeit weitere 25 Jahre – Glück auf.“

Herbert Buchinger, ehemaliger Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich

Menschen im Mittelpunkt

Wie Arbeit Leben verändern kann, zeigte der Jubiläumsfilm „25 Jahre Trendwerk – Arbeit verändert Leben“.

Ein ehemaliger Radprofi aus Kuba, der in der Radstation seine Leidenschaft wiederfand.

Ein Kfz-Techniker aus Afghanistan, der in dieWerkstatt nicht nur einen Beruf, sondern auch Selbstvertrauen neu entdeckte.

Und viele andere, die durch Begleitung, Struktur und Vertrauen neue Perspektiven gewannen.

Auch Jasmin, eine ehemalige Trendwerk Teilnehmerin, stand an diesem Abend auf der Bühne und erzählte ihre Geschichte.

Sie sprach darüber, wie sie bei Trendwerk nach einer schwierigen Zeit neu begonnen hat, wie aus Unsicherheit Selbstvertrauen wurde – und schließlich Verantwortung.

Heute ist sie Betriebsrätin und steht für das, was Trendwerk seit 25 Jahren lebt: Menschen wachsen, wenn man ihnen etwas zutraut.

Gegenwart – Verantwortung teilen

In der Gesprächsrunde zur Gegenwart sprachen Mag.a Petra Draxl, seit 2023 Mitglied des AMS-Vorstands, Mag. Winfried Göschl, Landesgeschäftsführer des AMS Wien, und Mag. Roland Sauer, Sektionschef im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft.

Petra Draxl beschrieb einen angespannten Arbeitsmarkt: drei Jahre Rezession, Transformation in Industrie und Medien, steigende Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen und Budgetdruck.

Trotzdem bleibe es Aufgabe des AMS, gemeinsam mit Partnern wie Trendwerk Perspektiven zu schaffen.

„Beharrlichkeit, Innovationskraft, Engagement und Herzblut – das ist, was Trendwerk auszeichnet.“

Mag.a Petra Draxl – Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice Österreich

Winfried Göschl sprach über den heterogenen Arbeitsmarkt in Wien, saisonale Schwankungen und steigende Langzeitarbeitslosigkeit.

Er betonte, dass Projekte wie Trendwerk für die Stadt unverzichtbar seien – weil sie Menschen stabilisieren und gleichzeitig Betrieben helfen, Fachkräfte zu finden. Für Wien betonte er, dass es „Projekte wie Trendwerk immer brauchen wird, denn nichts zu tun, kostet noch mehr Geld.“

„Trendwerk war immer innovativ und wird auch so bleiben. Alles Gute und bleibt so, wie ihr seid!“

Mag. Winfried Göschl – Landesgeschäftsführer des AMS Wien

Roland Sauer knüpfte an seine Vorredner an. Er sprach über demografische Veränderungen, Fachkräftemangel und die Notwendigkeit, Frauen und Migrantinnen stärker einzubeziehen.

Soziale Integration koste Geld, sei aber eine Investition in Zukunftsfähigkeit.

„Innovationsgeist und Herzblut – und dass ich mit etwas Glück bei dem 50 Jahre Jubiläum dabei bin – virtuell.“
Mag. Roland Sauer – Sektionschef im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft

Diese Runde machte deutlich, dass Arbeitsmarktpolitik ohne Zusammenarbeit nicht funktioniert – und dass Trendwerk über Jahre ein verlässlicher Partner geblieben ist.

Zukunft – Arbeit als Beziehung

Mag.a Gertrude Hausegger, Geschäftsführerin der Prospect GmbH, erinnerte sich an eine Geschichte, die sie bis heute begleitet.

Ein Taxifahrer, der sie vor einiger Zeit zu Trendwerk brachte, erzählte, er kenne das Unternehmen – er sei selbst einmal dort gewesen.

„Die haben mir die Wadln vorgerichtet“, sagte er lachend, „aber das hat mir gutgetan.“

 

Für Hausegger beschreibt diese Begegnung genau das, was Unternehmen wie Trendwerk tun: Menschen unterstützen, aber auch konfrontieren, wenn es nötig ist. Nach langen Phasen der Arbeitslosigkeit und vielen erfolglosen Bewerbungsversuchen geht es zuerst darum, Ängste, nicht mithalten zu können, wieder ab- und Perspektiven aufzubauen. Wertschätzende und wenn nötig konfrontative Begleitung in dieser Phase sind zentral: „Wenn eine Arbeitsaufnahme gelingt, entwickeln Betroffene wieder Zutrauen in ihre Fähigkeiten. Dies über tragfähige Beziehungen zu ermöglichen ist ein zentraler Erfolgsfaktor von Trendwerk.“

„Ich wünsche Trendwerk, dass den Berater_innen und Trainer_innen das Interesse am Menschen nicht verloren geht und es für Trendwerk auch in Zukunft Rahmenbedingungen gibt, die das individuelle Ausloten von passenden Tätigkeitsfeldern ermöglichen.“

Mag.a Gertrude Hausegger – Geschäftsführerin der Prospect GmbH

Ein Abend voller Energie

Arbeit – das machte Mario Moser zu Ende der Veranstaltung noch einmal deutlich – ist mehr als Einkommen. Sie bedeutet Zugehörigkeit, Struktur und Würde.

Und all das könne nicht ohne die Mitarbeiter_innen von Trendwerk gestaltet werden. Zwischen den Gesprächsrunden sorgten Showelemente für Bewegung und Staunen: eine Artistin mit Aerial-Silk-Performance, eine Feuershow und Live-Musik mit Band.

Zum Abschluss wurde gefeiert – mit Musik, Buffet und vielen Gesprächen.

Ein Abend, der nicht nur auf 25 Jahre zurücksah, sondern zeigte, was Trendwerk bis heute trägt: Arbeit verändert Leben, weil Menschen daran glauben.